20 Jahre hpd: Wie alles begann
Ein Gespräch über die Anfänge des Humanistischen Pressedienstes
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Gruppenfoto nach der Vorstellung des Humanistischen Pressedienstes am 20. Oktober 2006 im Berliner Rathaus (Foto: J. Salomon)
Am 20. Oktober 2006 ging der »Humanistische Pressedienst« (hpd) offiziell an den Start, doch die Vorarbeiten dazu hatten schon Monate zuvor begonnen. hpd-Redakteur Frank Nicolai sprach darüber mit dem gbs-Vorsitzenden Michael Schmidt-Salomon, der von Anfang an in das Projekt involviert war und dem »Humanistischen Pressedienst« seinen Namen gab. (Übernahme des Originalbeitrags auf hpd.de)
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hpd: Wir feiern in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen des hpd. Erinnerst du dich, wer die Idee zur Gründung des Pressedienstes hatte?
Michael Schmidt-Salomon: Natürlich! Carsten Frerk hat Herbert Steffen und mir Ende 2005 ein kurzes Papier zugeschickt, in dem er die Idee einer Internetplattform skizzierte, die säkulare und humanistische Nachrichten verbreiten sollte. Wir waren von dem Vorschlag begeistert, meinten aber, dass ein solches Projekt nicht nur von der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) getragen werden sollte. Also weihten wir Horst Groschopp, den damaligen Präsidenten des »Humanistischen Verbandes Deutschlands«(HVD), in unsere Pläne ein. Horst hatte wenige Monate zuvor, im Oktober 2005, den Kongress »Umworbene Dritte Konfession: Befunde zu den Konfessionsfreien in Deutschland« geleitet, in dessen Rahmen die ebenfalls von Carsten initiierte »Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland« (fowid) der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ich vermute mal, dass Horst dabei zu der Einschätzung gelangt ist, dass es nicht unvernünftig wäre, mit der gbs und mit Carsten zusammenzuarbeiten. Jedenfalls hat er das Projekt von Beginn an unterstützt.
Wie ging es weiter?
Wir haben uns kurze Zeit später, am 26. Januar 2006, in der Wohnung von Carsten und Evelin Frerk getroffen, die damals noch in Hamburg lebten. Neben den beiden waren bei dem Treffen vonseiten des HVD Horst Groschopp und Manfred Isemeyer (damaliger Geschäftsführer des HVD Berlin-Brandenburg) anwesend, vonseiten der gbs Herbert Steffen, Ingrid Binot, Elke Held und ich. Wir kamen an diesem Tag zu der Entscheidung, nicht nur einen Humanistischen Pressedienst zu gründen, sondern auch eine gemeinsame Trägerorganisation. Die sogenannte »Humanistische Arbeitsgemeinschaft« (HUMAG) sollte die Projekte hpd und fowid mit Mitteln des HVD und der gbs finanziell absichern, was dann auch eine ganze Weile funktioniert hat.
Kann es sein, dass am Anfang geplant war, eine »echte« Presseagentur – wie epd oder kna – zu gründen? Der Name weist ja darauf hin. Falls ja: Weshalb wurde der Gedanke verworfen?
Der Name »hpd« war meine Idee. Ich hatte damals ein Faible dafür, religiöse Begriffe säkular umzumünzen. Deshalb hatte ich 2004 – analog zum »Zentralrat der Juden« – einen »Zentralrat der Konfessionsfreien« vorgeschlagen und 2005 den »10 Geboten der Bibel« die »10 Angebote des evolutionären Humanismus« gegenübergestellt. Mit Blick auf ein säkular-humanistisches Nachrichtenportal lag es nahe, sich an der religiösen Konkurrenz zu orientieren, also an der »Katholischen Nachrichtenagentur« (kna) bzw. dem »Evangelischen Pressedienst« (epd). Die Entscheidung für »hpd« war dann einfach. Außerdem war uns natürlich klar, dass wir keine normale Presseagentur aufbauen konnten. Ein Portal, das nur Verlautbarungen der säkularen Verbände verbreitet hätte, wäre recht eintönig geworden. Die Zielsetzung des hpd haben wir damals so formuliert: »Der hpd soll nach außen dazu beitragen, dass aufklärerische, humanistische, freigeistige Positionen in Medien und Politik größere Beachtung finden. Nach innen, d.h. in Bezug auf die verschiedenen Verbände der säkularen Szene, soll der hpd eine integrierende Wirkung haben.«
Also habt ihr ein humanistisches Nachrichtenprotal statt einer humanistischen Presseagentur auf die Beine gestellt?
Ja. Und dazu brauchten wir eine Redaktion, die unabhängig von Verbandsinteressen arbeitet, die eigenständig recherchiert und interessante Meldungen zu Themen verbreitet, die in den säkularen Verbänden möglicherweise noch gar nicht angekommen sind. Wir haben uns dabei am Modell der MIZ (der Verbandszeitung des IBKA) orientiert, deren Chefredakteur ich zum damaligen Zeitpunkt war. Am 26. März haben Horst, Manfred, Herbert und ich den Agenturleitervertrag mit Carsten unterschrieben, der in Windeseile eine funktionstüchtige Redaktion aufbaute, so dass wir den hpd bereits am 20. Oktober 2006 der Öffentlichkeit vorstellen konnten.
Der hpd hat innerhalb kurzer Zeit eine große Reichweite erzielen können: 2007 verbuchte er bereits mehr als 2,2 Millionen Seitenaufrufe, 2009 knapp 4 Millionen und 2012 über 7,5 Millionen. Wie ist das innerhalb solch kurzer Zeit gelungen?
Durch die hervorragende Arbeit der Redaktion und der hpd-Autoren, die immer wieder interessante Beiträge auf hpd-online.de veröffentlichten – die Topdomain hpd.de hat Carsten erst 2008 für den Pressedienst sichern können. Allerdings hatten wir zudem das Glück, den hpd genau zum richtigen Zeitpunkt an den Start zu bringen. Denn 2007 war das Jahr, in dem der SPIEGEL eine große Titelgeschichte über den vermeintlichen »Kreuzzug der neuen Atheisten« brachte. Die gbs wurde darin beschrieben als das »geistige Oberhaupt all derjenigen, die geistigen Oberhäuptern nicht trauen«. So etwas schafft natürlich Aufmerksamkeit.
Das Thema war in den Medien lange virulent. Ihr, vor allem Carsten und du, wart in vielen Talkshows zu Gast …
Ja. Und in dieser Situation bot der hpd den Menschen die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, was diese »schlimmen Atheisten« so denken und welche Gemeinheiten sie wieder gegen »Thron und Altar« aushecken… [lacht] Wichtig war aber auch, dass der hpd im Februar 2007 seiner Funktion als Pressedienst in besonderer Weise nachkommen konnte. Denn der hpd bot zu diesem Zeitpunkt exklusive Informationen zu einer echten »Weltschlagzeile«, nämlich der Gründung des »Zentralrats der Ex-Muslime«, der allerersten Organisation von Menschen, die sich öffentlich dazu bekannten, dem Islam »abgeschworen« zu haben, was in islamistischen Kreisen als »todeswürdiges Vergehen« gilt.
Wie kam es zu dieser exklusiven Berichterstattung?
Durch ein Missgeschick. Wir hatten geahnt, dass die Pressekonferenz der Ex-Muslime international für Aufmerksamkeit sorgen würde. Tatsächlich wurde Mina Ahadi, die Vorsitzende des Zentralrats, am 28. Februar 2007, dem Tag der Pressekonferenz, bereits am Flughafen von CNN empfangen. Die Ankündigung der PK hatten wir dementsprechend an einen großen Medienverteiler geschickt, allerdings war diese Ankündigung – schon aus Sicherheitsgründen – mit einem Embargo versehen: Vor dem 28. Februar sollte niemand über den Zentralrat berichten. Der »Focus« hielt sich jedoch nicht an diese Vorgabe und brachte schon am 12. Februar einen Artikel über die Ex-Muslime. Noch am selben Tag wurde Mina unter Polizeischutz gestellt.
Das war 16 Tage vor der eigentlichen Pressekonferenz – eine halbe Ewigkeit in unserer schnelllebigen Medienlandschaft…
Richtig. Viele Journalistinnen und Journalisten wollten nach der »Focus«-Veröffentlichung wissen, was es mit diesem ominösen »Zentralrat der Ex-Muslime« auf sich hat. Dazu wollten wir vor der Pressekonferenz jedoch noch nicht allzu viel verraten. Also haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und die Medien darauf hingewiesen, dass sie alle weiteren Informationen über die Ex-Muslime einzig und allein über den Humanistischen Pressedienst erfahren können.
Die Kritik am Politischen Islam hat also dazu beigetragen, dass viele Journalistinnen und Journalisten den hpd ab 2007 auf dem Schirm hatten. Gleichzeitig jedoch hat dieses Thema im darauffolgenden Jahr dazu geführt, dass die Kooperation der beiden hpd-Trägerorganisationen, gbs und HVD, zerbrochen ist, richtig?
Ja. Am 29. März 2008 hat Carsten auf dem hpd einen Beitrag mit dem Titel »Meinungsfreiheit beginnt im eigenen Kopf« publiziert und dabei den umstrittenen islamkritischen Film »Fitna« von Geert Wilders verlinkt. Carsten ging es dabei darum, dass man etwas nur dann sinnvoll kritisieren kann, wenn man es selbst in Augenschein genommen hat. Noch am selben Tag hat sich Horst Groschopp mit dem Beitrag »Grenzen der Religionskritik« im Namen des HVD von diesem hpd-Artikel distanziert und angemerkt, dass dem HVD »jeder religionskämpferische Eifer zutiefst fremd« sei. Als Reaktion darauf habe ich, ebenfalls am 29. März, ein Interview mit Mina Ahadi auf dem hpd veröffentlicht, die aus der Sicht einer direkten Islamismus-Betroffenen (sie war im Iran in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden und lebte zu diesem Zeitpunkt in Deutschland unter Personenschutz) erklärte, warum wir über »Fitna« diskutieren sollten.
Liest man die Beiträge heute, erscheinen sie wie eine Vorwegnahme aktueller Debatten zwischen Islam(ismus)kritikern und Linken, die in der Kritik am Politischen Islam ein Zeichen für Intoleranz und Muslimenhass sehen…
Das mag so wirken, doch damals ging es nicht um eine Frage von »links« und »rechts« – was immer diese Begriffe noch bedeuten mögen. Denn Mina verstand sich als »Kommunistin« und vertrat deutlich »linkere« Positionen als der HVD, der eher sozialdemokratisch orientiert war. Den Islamismus hat sie deshalb aus einer dezidiert »linken« Position kritisiert. Das wird auch in dem hpd-Interview zu »Fitna« deutlich. Dort sagte sie u.a.: »Ich bin, wie man sich wohl denken kann, ganz bestimmt kein Fan von Herrn Wilders und seiner Politik! Aber egal was Wilders mit dem Film politisch bezweckt, Fitna ist kein rechter Film! Ich meine, seit wann soll es Ausdruck rechter Gesinnung sein, ausgerechnet für die Selbstbestimmungsrechte von Frauen und Homosexuellen einzutreten?! Rechte Politik wird von Islamisten betrieben, die Künstler und Intellektuelle ermorden, Homosexuelle hinrichten und Frauen steinigen! Diejenigen, die den Film so einfach in die rechte Ecke drücken wollen, sind entweder ignorant, wollen also das Problem des politischen Islam nicht sehen, oder sind einfach nur feige.«
In der Fitna-Kontroverse kamen auch die unterschiedlichen politischen Strategien von HVD und gbs zum Ausdruck. In seiner Stellungnahme wies Horst Groschopp darauf hin, dass der HVD den »ethischen Dialog mit Juden, Christen und Muslimen und ihren Organisationen« befördern wolle und fügte hinzu: »Gerade deshalb tritt unser Verband nicht nur dafür ein, dass der verfassungsrechtliche Grundsatz der weltanschaulich-religiösen Neutralität des Staates durchgesetzt wird, sondern dass der Staat den weltanschaulichen Verbänden wie dem HVD und muslimischen wie jüdischen Verbänden die gleichen organisatorischen und finanziellen Rechte wie den christlichen Kirchen einräumt. (…) Dafür wollen wir Muslime wie Christen gewinnen – im Interesse einer toleranten Kultur in Deutschland und Europa. Dieses Ziel lassen wir uns nicht durch schlechte Filme mit rechter Gesinnung auf humanistischen Portalen kaputt machen – dagegen protestieren wir.«
Ich finde, dass Horst hier den Standpunkt des HVD sehr gut auf den Punkt gebracht hat. Und ich halte diesen Standpunkt für legitim. Denn der HVD ist die wichtigste Agentur für praktischen Humanismus in Deutschland, eine Art »Humanistischer Wohlfahrtsverband«. Damit der HVD seine wichtigen Dienstleistungen für die Gesellschaft, von der Kita bis zum Hospiz, erfüllen kann, ist er selbstverständlich – wie alle anderen sozialen Dienstleistungsträger auch – auf öffentliche Förderung angewiesen. Die gbs hingegen wird ausschließlich durch private Spenden finanziert und ist somit unabhängig vom politischen Apparat. Deshalb können wir es uns leisten, die politische Klasse mitunter scharf zu kritisieren, etwa, indem wir – wie zuletzt – aufdecken, dass das Außenministerium über Jahre hinweg eine Organisation mit Kontakten zur Muslimbruderschaft und zur Hamas gefördert hat. Kurzum: HVD und gbs erfüllen unterschiedliche Funktionen innerhalb der säkularen Szene. Darin sehe ich eine Stärke, keine Schwäche. Deshalb vertrete ich seit jeher auch die Position, dass HVD und gbs gar nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich gegenseitig ergänzen.
Das wurde und wird sicherlich nicht von allen so gesehen… Doch kommen wir zurück zum hpd: Die Fitna-Kontoverse hat damals zum Bruch der Zusammenarbeit der beiden Trägerorganisationen des hpd geführt, oder?
Ja, bei der Mitgliederversammlung im März 2009 trat der HVD offiziell aus dem hpd e.V. aus, den wir inzwischen gegründet hatten. Ich habe das sehr bedauert – und es stellte uns auch vor Probleme, da die gbs 2009 in finanzieller Hinsicht noch sehr viel schlechter aufgestellt war als heute und den hpd allein gar nicht hätten tragen können. Also beschlossen wir auf der MV im März 2009, den hpd e.V., der bis dahin nur aus Repräsentanten des HVD und der gbs bestanden hatte, für weitere Mitglieder (Privatpersonen und Organisationen) zu öffnen. Übergangsweise musste ich dann die Rolle des Präsidenten des hpd übernehmen, war aber froh, bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 4. Juli 2009 von Helmut Debelius abgelöst zu werden, der den Verein bis 2015 führte. Gemeinsam mit Herbert hat Helmut dann so viele neue Fördermitglieder für den Verein gewonnen, dass der Pressedienst in den Folgejahren weiter wachsen konnte.
War nach dem Zerwürfnis von 2008 das Tuch zwischen hpd/gbs und HVD zerrissen?
Nein, glücklicherweise nicht! Seit 2021 tragen gbs und HVD zusammen das »Bertha von Suttner-Studienwerk« (BvS), was sehr gut funktioniert, und der hpd bringt weiterhin Pressemitteilungen des HVD – auch wenn dieser nicht mehr Mitglied im hpd e.V. ist. Was mich besonders freut, ist, dass die beiden HVD-Gründerväter des hpd, Horst Groschopp und Manfred Isemeyer, sich nach 2009 weiterhin für den hpd engagiert haben. Horst hat für den hpd viele lesenswerte Artikel verfasst – und Manfred 2015 sogar das Amt des Präsidenten des hpd e.V. übernommen. Dank seiner Expertise als ehemaliger Geschäftsführer des HVD Berlin-Brandenburg hat er den hpd e.V. in finanzieller und organisatorischer Hinsicht auf weit stabilere Füße gestellt, so dass Rainer Rosenzweig, Ricarda Hinz & Co. ab 2017 die Weiterentwicklung des Pressedienstes von einer soliden Grundlage aus vorantreiben konnten.
Eine letzte Frage: War und ist der hpd deiner Meinung nach ein gelungener Versuch, säkulare Themen in die Gesellschaft hineinzutragen? Hat er die Relevanz erreichen können, die von seinen Gründern 2006 erhofft wurde?
Diese Frage kann ich natürlich nur aus meiner eigenen, ganz persönlichen Sicht beantworten. Carsten, der den Posten des Chefredakteurs im Oktober 2013 abgab und sich wieder verstärkt auf seine wichtige Arbeit für die »Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland« konzentrierte, würde das sicherlich anders einschätzen als ich. Und dies dürfte wohl auch für Horst und Manfred gelten. Von Herbert weiß ich immerhin, dass er den hpd bis zu seinem Tod 2022 jeden Tag mit Genuss gelesen hat – was er bestimmt nicht getan hätte, wenn er ihn für einen Misserfolg gehalten hätte. Ich persönlich finde, dass sich der hpd gerade in den letzten Jahren qualitativ weiterentwickelt hat. Er kann noch immer mehrere Millionen Seitenaufrufe im Jahr erzielen – auch wenn die Zahlen nicht mehr ganz so hoch sind wie vor 15 Jahren. Aber das liegt auch an den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen…
Was meinst du damit?
In gewisser Weise ist die säkulare Bewegung zum Opfer ihrer eigenen Erfolge geworden. Als wir den hpd 2006 starteten, war die absolute Mehrheit der deutschen Bevölkerung noch katholisch oder evangelisch, in spätestens zwei Jahren werden die Konfessionsfreien die absolute Mehrheit in Deutschland stellen. Inzwischen stimmen 64 Prozent der Bevölkerung der naturalistischen Haltung zu, dass es keine Götter gibt, die in die Naturgesetze eingreifen. Unter diesen Voraussetzungen wirken die Meldungen, die auf dem hpd veröffentlicht werden, nicht mehr so provokativ wie vor 20 Jahren. Doch das könnte sich durchaus wieder ändern. Immerhin hat die »Internationale der Nationalisten«, die prototypisch von Putin, Trump und Erdogan verkörpert wird, in den letzten Jahren enorme Ressourcen investiert, um eine »Re-Sakralisierung der Politik« einzuleiten. So wurden allein zwischen 2019 und 2023 rund 1,2 Milliarden US-Dollar für religiöse Anti-Gender- und Anti-Abtreibungskampagnen in Europa ausgegeben, die in Deutschland insbesondere von der AfD bzw. Organisationen und Personen aus ihrem Umfeld eingesetzt wurden. Deshalb ist es weniger eine Hoffnung als eine Befürchtung (so seltsam es auch klingen mag), dass der hpd in den kommenden Jahren wieder an Bedeutung gewinnen wird. Als kulturelle Gegenkraft wird er künftig vermutlich noch stärker gefordert sein als heute. Denn je dunkler die Zeiten sind, desto heller sollte die Fackel der Aufklärung leuchten.
Vielen Dank für das Gespräch!