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GBS-Petition zur Verteidigung der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit

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Karikatur: Jacques Tilly

Als Reaktion auf die weltweiten Proteste, die durch die zwölf Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ ausgelöst wurden, hat sich die Arabische Liga mit einem offenen Zensurwunsch an die Vereinten Nationen gewandt. Das UN-Parlament solle einen Beschluss fassen, der „beleidigende Angriffe gegen religiöse Überzeugungen“ verbiete.

Auch wenn die meisten westlichen Politiker in ihren Stellungnahmen das hohe Gut der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit würdigten, bemühten sie sich doch, im gleichen Atemzug ihr tiefes Verständnis für die „verletzten religiösen Gefühle“ und ihre Abscheu gegenüber den vermeintlich „geschmacklosen“ Mohammed-Karikaturen zu demonstrieren. Auch auf diese subtile Weise können fundamentale Freiheitsrechte auf dem Altar der Diplomatie geopfert werden.

Die Giordano Bruno Stiftung wehrt sich in einem offenen Brief dagegen, dass aus Rücksicht auf religiöse Borniertheit gravierende Einschränkungen der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit vorgenommen werden, und fordert zur Stabilisierung der aufklärerischen Streitkultur u.a. die Abschaffung des "Gotteslästerungsparagraphen" 166 StGB. "Angesichts der sehr realen Gefahr, dass wir möglicherweise auf ein Zeitalter der Religionskriege zusteuern", heißt es in der Petition, brauchen wir "nicht weniger, sondern weit mehr religionskritische Stimmen in der öffentlichen Debatte. Die Zeiten, in denen weltanschauliche Offenheit religiösem Offenbarungswahn geopfert wurde, sollten endgültig vorbei sein!"

Der Text der GBS-Petition findet sich unter:
http://www.leitkultur-humanismus.de/freiheit.htm
Bitte verbreiten Sie diese Information, damit möglichst viele Menschen die Petition unterschreiben können. Vielen Dank!