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Weltkindertag 2012: Plakataktion gegen Zwangsbeschneidung gestartet

Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt Petition der Deutschen Kinderhilfe

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Kampagnenplakat vor dem Brandenburger Tor

Pünktlich zum heutigen „Weltkindertag“ ist in Berlin die Plakatkampagne „Mein Körper gehört mir! Zwangsbeschneidung ist Unrecht – auch bei Jungen“ angelaufen. „Dank der vielen Spenden, die bei uns eingegangen sind, konnten wir Hunderte von Werbeflächen an Berliner Litfaßsäulen sowie in den Berliner U-Bahnen buchen“, sagt der Pressereferent der Giordano-Bruno-Stiftung, Philipp Möller. „Zudem haben wir Anzeigen geschaltet, z.B. in der ‚Kinderzeitung‘, die morgen als Beilage der ‚Welt‘ erscheint. Ein besonderes Highlight der Kampagne ist sicherlich der Einsatz eines Wagens, der das Plakatmotiv im Großformat drei Tage lang durch die Berliner Innenstadt fahren wird. Die Parlamentarier werden sich unserer Kinderrechtsaktion also kaum entziehen können.“

Am morgigen Freitag wird das Kampagnenteam in Berlin an mehreren Stationen halt machen, um die neu erstellten Materialien (u.a. Infoflyer und Aufkleber) zu verteilen und mit Passanten über das Thema „Zwangsbeschneidung“ zu diskutieren. Am Samstag wird der Kölner Piratenaktivist und Beschneidungsgegner Ali Utlu zu dem Berliner Team hinzustoßen und über seine persönlichen Erfahrungen als Beschneidungsopfer berichten.

Zwar liegt der lokale Schwerpunkt der Kinderrechtskampagne in der Bundeshauptstadt, allerdings finden auch an anderen Orten Aktionen statt. So wird die Initiative „Eltern gegen Kinderbeschneidung“, die vornehmlich aus Menschen muslimischer Herkunft besteht, am Freitag eine Menschenkette auf der Kölner Domplatte bilden (Beginn: 17 Uhr). Auch dort sollen die neuen Materialien der gbs-Kinderrechtskampagne, die mittlerweile von verschiedenen internationalen Organisationen unterstützt wird, zum Einsatz kommen.

In seiner heutigen Stellungnahme zur Aktion spielte gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon auf das offizielle Motto des diesjährigen Weltkindertages an: „Das Motto ‚Kinder brauchen Zeit‘ umschreibt recht gut auch das zentrale Ziel unserer Kampagne, denn wir meinen, dass man Kindern unbedingt Zeit lassen sollte, damit sie ihr eigenes Weltbild entwickeln und ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Zeit brauchen allerdings auch die deutschen Politiker, wenn sie im Interesse der Kinder vernünftige Gesetzesregelungen auf den Weg bringen wollen. Leider ist angesichts der bisherigen Debatte zu befürchten, dass sie in Sachen Knabenbeschneidung äußerst überhastet entscheiden werden. Dabei ist die Gefahr groß, dass sie in dem Bestreben, möglichst schnell ‚Rechtssicherheit‘ herzustellen, sämtliche Argumente übergehen werden, die gegen die Genitalbeschneidung einwilligungsunfähiger Jungen sprechen. Daher unterstützen wir die Petition der Deutschen Kinderhilfe, die statt einer übereilten Gesetzgebung ein zweijähriges Moratorium und die Einrichtung eines Runden Tisches fordert, an dem wissenschaftlich fundiert über das Thema diskutiert werden kann.“

Schmidt-Salomon zufolge steht die Petition der Deutschen Kinderhilfe, die mehr Zeit für die politische Entscheidungsfindung einklagt, allerdings selbst unter großem Zeitdruck: Denn um eine Sitzung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages zu erzwingen, sind 50.000 Online-Unterschriften erforderlich – und die Frist zur Zeichnung läuft bereits am 11.10.2012 ab. Wer die Petition der Deutschen Kinderhilfe also unterstützen möchte, sollte sich beeilen…

Links zu dieser Meldung:

Infoflyer „Mein Körper gehört mir!“
/sites/default/files/download/flyer...

Website der Kampagne:
http://www.pro-kinderrechte.de

Petition der Deutschen Kinderhilfe:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_07/_23/Petition_26078...

 

Pressekontakt:
Philipp Möller (0178/8877663, p.moeller (ät) giordano-bruno-stiftung.org)