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Zum Tod unseres Unterstützers Udo Reiter

Stellungnahme von gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon

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Foto: Evelin Frerk

Am Freitagvormittag präsentierte gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon den Journalisten im Haus der Bundespressekonferenz ein Foto und Statement des ehemaligen MDR-Intendanten Udo Reiter, einem der prominenten Unterstützer der Kampagne "Für das Recht auf Letzte Hilfe". Kurz nach Abschluss der Pressekonferenz ging die erschütternde Nachricht durch die Medien, dass sich Udo Reiter erschossen hat. In der Berichterstattung wurde vereinzelt Kritik daran laut, dass Reiter weiterhin auf der Website der "Kampagne für Letzte Hilfe" zu sehen ist. Michael Schmidt-Salomon hat dazu Stellung bezogen.

 

"Die Gesetze der Mediengesellschaft sind zynisch: Selbstverständlich hat der Tod des ehemaligen MDR-Intendanten Udo Reiter nichts an den Argumenten der 'Kampagne für das Recht auf letzte Hilfe' geändert, aber sein Suizid (mit dem niemand von uns rechnete) hat diesen Argumenten sehr viel größere Aufmerksamkeit verschafft. Udo Reiter, der erfahrene Medienmann, hat das gewusst.

Einige meinen, es sei 'pietätslos', ihn weiterhin als Unterstützer der Kampagne zu zeigen. Wir hingegen sind überzeugt, dass er es so und nicht anders gewollt hätte. Udo Reiter hätte überhaupt kein Verständnis dafür gehabt, wenn wir uns nun in irgendeiner Weise von ihm distanzieren würden.

Wir haben mit Udo Reiter einen wichtigen Mitstreiter für das Recht auf Letzte Hilfe verloren. Seinem Mut, seinem Engagement, seinem Lebenswerk gilt unsere allergrößte Hochachtung. Wir wünschten uns natürlich, dass er sein Leben auf friedvollere Weise hätte beenden können (wie er es mehrfach selbst formuliert hatte), aber die Gründe, die ihn dazu bewegten, zur Waffe zu greifen, haben wir zu respektieren.

Im Augenblick spricht vieles dafür, dass Udo Reiter mit seinem 'harten Suizid' darauf aufmerksam machen wollte, dass selbst die 'liberalsten' Gesetzesentwürfe, die momentan von Politikern diskutiert werden (Entwurf von Hintze, Lauterbach & Co.), Menschen wie ihm das Recht auf ärztliche Freitodbegleitung prinzipiell verwehren. Umso mehr werden wir uns dafür einsetzen, dass die Ideen, für die Udo Reiter einstand, in der politischen Debatte berücksichtigt werden."

 

Links zu dieser Meldung (Auswahl):

Tod von Ex-MDR-Intendant sorgt für neue Debatte um Sterbehilfe (Hamburger Abendblatt, 12.10.2014)

Ex-MDR-Intendant bei Kampagne „Mein Ende gehört mir!“/ Sterbehilfe-Verein wirbt mit Bild von Udo Reiter
(Focus, 12.10.2014)

Nicht wegducken!
(Bild am Sonntag, Kommentar und Artikel, 12.10 2014)

Gesellschaft für Humanes Sterben wirbt mit Udo Reiter
(Stern, 12.10.2014)

Der Tod von Udo Reiter fällt mitten in Sterbehilfe-Debatte
(Rheinische Post, 10.10.2014)

"Wir bedauern den Verlust sehr" / Erste Reaktion der DGHS auf den Tod von Udo Reiter
(Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben, 10.10.2014)

Die Website der Kampagne:
http://www.letzte-hilfe.de/