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Stimmen zur Stiftung

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Spiegel-Titel

Über die Giordano-Bruno-Stiftung wurde seit ihrer Gründung im Jahr 2004 häufig berichtet. Oftmals waren die Beiträge sachlich korrekt, mitunter allerdings auch faktenwidrig und von einem starken weltanschaulichen Bias, nämlich einer unkritischen Verteidigung religiöser Institutionen, geprägt. Hier findet sich eine Auswahl prägnanter Zitate, welche die Arbeit der gbs in den letzten Jahren begleitet haben.


»Die Giordano Bruno Stiftung versucht von Mastershausen [Anm.: bis 2011 gbs-Stiftungssitz] aus all diejenigen zu organisieren, die an Gott und Kirche nicht glauben. Die Stiftung liefert ihnen das theoretische Rüstzeug, sie ist der Think-Tank der deutschen Atheisten. Man könnte auch sagen: Die Giordano Bruno Stiftung ist das geistige Oberhaupt all derjenigen, die geistigen Oberhäuptern nicht trauen.«
Der Spiegel, Mai 2007


»Vorbei ist die Zeit, in der sich nur etwas spießige Freidenkerverbände nach Feierabend damit beschäftigten, der Bibel und dem Bischof ihre Fehler aufzuzeigen. Die 2004 von dem pfälzischen Unternehmer Herbert Steffen als „Thinktank“ des Naturalismus gegründete GBS verdient allein schon deshalb mehr Beachtung, weil sich in ihrem Beirat Wissenschaftler zusammengeschlossen haben, die zu den Besten ihres Fachs in Deutschland gehören. Die Giordano Bruno Stiftung kann daher zu Recht behaupten, dass sie zumindest eine relevante Strömung unter den deutschen Wissenschaftlern vertritt und darüber hinaus. Schließlich ist bereits ein Drittel der Deutschen konfessionslos…«
Süddeutsche Zeitung Wissen, November 2008


»… Giordano Bruno Stiftung, die innerhalb von vier Jahren zur maßgebenden Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung im deutschen Sprachraum geworden ist. Die Stiftung ist kein Elfenbeinturm, sondern eine Denkfabrik, die Produkte und Projekte erzeugt. So lancierte Schmidt-Salomon am Weltjugendtag mit Papst Benedikt in Köln die Gegenveranstaltung „Heidenspaß statt Höllenqual“ in einer religionsfreien Zone. Eine noch größere Provokation ist der Zentralrat der Ex-Muslime, den Schmidt-Salomon mitbegründet hat und iranische Medien behaupten ließ, er sei ein Agent des Mossad. Die Aufklärungsbewegung des Zentralrats hat die Islamkritik nicht nur in Deutschland verändert, indem sie einen dritten Weg zwischen Multikulti-Ideologie und der Vision einer christlichen Leitkultur propagiert.«
Tages-Anzeiger, Schweiz, Februar 2009


»… Was also ist neu am "Neuen Atheismus"? Vor allem: das Geld, das aus Mastershausen im Hunsrück fließt. (...) Im Unterschied zu den organisierten Konfessionslosen anderer Verbände hat der Neue Atheismus der Bruno-Stiftung gelernt, seine Inhalte so zu konfigurieren, dass deren weltanschauliche Absicht nicht unmittelbar einsichtig ist. Mit dieser Strategie konnte die Bruno-Stiftung über ihre Beiratsmitglieder zuletzt auf prägende Debatten über das menschliche Selbstverständnis Einfluss nehmen: Das gilt für den Streit über Willensfreiheit und Strafrecht, für die Debatte, ob Altruismus nicht "bloß" verkappter Egoismus sei, und für die Diskussion über die weltanschaulichen Konsequenzen der Evolutionstheorie in diesem Jahr. Gewandtheit im Erwecken öffentlicher Aufmerksamkeit beweist die Giordano-Bruno-Stiftung auch bei Kampagnen, die eher politischer als akademischer Natur sind. (...) Für die traditionellen Verbände der Konfessionslosen-Szene, also Freidenker, Bund für Geistesfreiheit, Humanistische Union und den Humanistischen Verband, ist der Erfolg der Giordano-Bruno-Stiftung Segen und Fluch zugleich: Sie profitieren zwar von der Aufmerksamkeit, die die Giordano-Bruno-Stiftung der Religionskritik verschafft. Dass sich knapp ein Dutzend Verbände Ende 2008 zum "Koordinierungsrat säkularer Organisationen" (Korso) zusammengeschlossen haben, ist aber auch Ausdruck des Versuches, die Giordano-Bruno-Stiftung um ihren quirligen Vorstandsprecher Schmidt-Salomon einzuhegen und die öffentliche Aufmerksamkeit zu gleichen Teilen unter allen Verbänden aufzuteilen.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), März 2009


»Unter den vielen Verlautbarungen nimmt die "Stellungnahme für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik in erweiterten Grenzen" der Etzhikkommission der Giordano-Bruno-Stiftung eine Sonderstellung ein. (...) Es ist eine der wenigen Verlautbarungen, die die Problematik umfassend und ergebnisoffen diskutieren. Sie ist mutig und hinterfragt sehr offen Postulate, die häufig als erwiesen angenommen werden, wqie die drohende Gefahr der Diskriminierung von Behinderten durch die zunehmende Inanspruchnahme der PID. Wir haben uns entschlossen, die Stellungnahme der Ethikkommission der Giordano-Bruno-Stiftung wiederzugeben, weil sie unseres Erachtens sehr nachdenkenswerte Überlegungen zusammenfasst, die von der "klassischen" Argumentation, wie sie von beteiligten gesellschaftlichen Gruppierungen vorgetragen werden, deutlich abweicht.«
medizinische genetik (Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik), Dezember 2016


»Rechtsstreitigkeiten um die Kirchensteuer kann die Kirche nur verlieren. Selbst wenn sie gewinnt. (...) Das Bild der primär an Geld interessierten Kirche wird bestätigt. Schlimmer: Für 1.900 Euro spielt man den grundsätzlichen Gegnern der Kirchensteuer in Hände. Der Giordano-Bruno-Stiftung, die über ihr Institut für Weltanschauungsrecht die Klage unterstützte, geht es um mehr als dieses Geld: Nämlich um eine grundsätzliche Umgestaltung des in Deutschland geltenden Staatskirchenrechts. Politisch gibt es dafür noch keine Mehrheiten. Wenn der Umbruch kommt, kommt er von den Gerichten. (...) Das Bundesverfassungsgericht hat (noch) großes Verständnis für das von ihm selbst mitentwickelte, den Kirchen wohlgesonnene staatskirchenrechtliche Gefüge. Beim Europäischen Gerichtshof sieht das anders aus – das hat die katholische Kirche erfahren müssen, als sie den "Chefarztfall" über alle Instanzen gespielt hatte und so durch eine Niederlage vor dem EuGH selbst ihren Spielraum beim kirchlichen Arbeitsrecht deutlich verkleinert hat.«
katholisch.de, Dezember 2019


»Insbesondere die G.-B.-Stiftung sieht in dem Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung einen paternalistischen Akt der Bevormundung, der dem Einzelnen seine nach der Verfassung gegebene Mündigkeit als Teil seiner unantastbaren Menschenwürde abspreche, soweit es um die Entscheidung über das eigene Sterben gehe. In Fällen, in denen ein Betroffener großes Leid ertragen müsse und zur Umsetzung seiner ernsthaft und freiverantwortlich getroffenen Suizidentscheidung zwingend auf professionelle ärztliche Hilfe angewiesen sei, laufe die Versagung der ärztlichen Suizidhilfe durch § 217 StGB de facto auf ein verfassungs- und menschenrechtswidriges Totalverbot der Selbsttötung und damit auf eine Verletzung von Art. 1 Abs. 1 GG hinaus.«
Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidhilfe (AZ: 2 BvR 2347/15 u.a., Rn. 176), Februar 2020


»Die Gießener Ärztin Kristina Hänel will vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Vor dem Gang nach Karlsruhe erhält die Abtreiberin Unterstützung vom "Institut für Weltanschauungsrecht". (...) Das ifw lässt sich als eine Art "Ausgründung" der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) betrachten. Nicht nur, dass das Institut 2017 am Sitz der Stiftung in Oberwesel gegründet wurde. Vier der fünf Direktoren sind auch für die gbs tätig, die längst so etwas wie die intellektuelle Speerspitze des Neuen Atheismus in Deutschland ist. Unter den Direktoren findet sich auch der Vorstandssprecher der gbs, Michael Schmidt-Salomon. Und auch im Beirat des Instituts finden sich viele Personen wieder, die bereits im Beirat der gbs sitzen. Zu den prominentesten zählen zweifellos die frühere SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier, der frühere Staatsminister im Bundeskanzleramt und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit Rolf Schwanitz (ebenfalls SPD), Dignitas-Gründer Ludwig Minelli sowie der emeritierte Hamburger Strafrechtsprofessor Reinhard Merkel. (...) Welchen Einfluss der organisierte Neue Atheismus in Deutschland längst besitzt, hat die Entscheidung des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar vergangenen Jahres zur Suizidhilfe gezeigt. Bei der Öffentlichen Anhörung, die im Jahr zuvor in der Karwoche stattfand, war auch gbs-Vorstandssprecher Schmidt-Salomon als Sachverständiger geladen. Auf ihrer Website dokumentierte die gbs anschließend die Stellungnahme Schmidt-Salomons im "Originalwortlaut". Wer diese mit dem im Jahr darauf am Aschermittwoch verkündeten Urteil des Zweiten Senats vergleicht, vermag darin zentrale Gedanken daraus durchaus wiederzufinden.«
Die Tagespost, Januar 2021