Sie sind hier

Die Giordano-Bruno-Stiftung übernimmt die Meldungen von den jeweiligen Veranstaltern. Bitte überprüfen Sie, ob die Veranstaltung tatsächlich stattfindet (siehe den angegebenen Link unter "Veranstalter" in der Terminanzeige). Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, beim Veranstalter nachzufragen.

Bildrechte: Constantin Film

19. 09.

»GOTT« und der ärztlich assistierte Suizid

Filmvorführung im Zebra-Kino Konstanz (Chérisy-Kaserne)

Wem gehört unser Leben? Und wer entscheidet über unseren Tod? In dem erfolgreichen Drama »GOTT von Ferdinand von Schirach« diskutiert ein fiktiver Ethikrat über diese Fragen. Es geht um den Fall eines 78-jährigen, kerngesunden Mannes, der sein Leben durch ein Medikament und mit Hilfe seiner Ärztin beenden will. Rechtlich ist dies nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts seit Februar 2020 möglich. Durch das aktuell auf den Weg gebrachte Gesetz zur Stärkung der nationalen Suizidprävention könnten jedoch freiverantwortlich-selbstbestimmte Suizide wieder unzumutbar erschwert werden.

In dem Film selbst dreht sich die Debatte nicht darum, welche Arten von Sterbehilfe für Ärzte straffrei sind, sondern ob Ärzte den Wunsch eines lebensmüden Patienten erfüllen dürfen – unabhängig davon, ob der Patient jung oder alt, gesund oder krank ist. Dr. Keller, ein Mitglied des Ethikrates, gespielt von Ina Weisse, befragt Experten und lässt sie ihre Meinungen äußern. Am Ende wendet sich die Vorsitzende direkt an das Publikum mit der Frage: Soll der lebensmüde Patient das tödliche Medikament erhalten, um sein Leben selbstbestimmt zu beenden?

Im Anschluss an die Filmvorführung besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit Ursula Bonnekoh, Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS). Inhaltlich geht es um die rechtliche Situation der Suizidhilfe in Deutschland sowie um die Umsetzung des ärztlich assistierten Freitods.  

Zum Hintergrund
Dass das Thema von größter Relevanz ist, zeigen die empirischen Daten: Über 75% der befragten deutschen Bürger:innen sind für Selbstbestimmung am Lebensende; aber nur ca. 15% wissen laut einer Forsa-Umfrage vom Oktober 2024, dass professionelle Suizidhilfe in Deutschland erlaubt ist. Ja, Freitodbegleitungen sind in Deutschland legal und finden in einem gesicherten Rechtsrahmen statt. In dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020 wird als einzige Voraussetzung die Freiverantwortlichkeit der Sterbewilligen gefordert. Jeder darf helfen – auch alle Ärzt:innen und professionellen Organisationen.

Karten gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse des Kinos. Es gelten die Eintrittspreise des Zebra-Kinos.

Veranstalter:

  • Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V. ist mit über 75.000 Mitgliedern die größte Bürgerrechts- und Patientenschutzorganisation in Deutschland. Sie setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1980 für das Recht auf Selbstbestimmung über das eigene Leben ein. Die DGHS ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und hat seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020 mehr als 2.300 Menschen an professionelle Freitodteams vermittelt.
  • Die gbs-Bodensee e. V. ist eine von über 50 Regionalgruppen im Förderkreis der Giordano-Bruno-Stiftung. Sie betreibt in Konstanz das Humanistische Bildungs- und Begegnungszentrum (hbbk).
  • Zebra Kino Konstanz: Unter diesem Motto "Andere Filme anders zeigen" macht es sich das Zebra Kino seit 1984 zur Aufgabe, ehrenamtlich eine Vielfalt an internationalen, aktuellen, klassischen und außergewöhnlichen Filmen zu präsentieren.