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gbs-Newsletter vom 13.6.2019

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Die Buskampagne zu Besuch beim "alten Fritz" in Potsdam, der einst meinte, jeder solle nach seiner Fasson glücklich werden

  • "Wir stehen heute sehr viel besser da als vor 10 Jahren": Über die Säkulare Buskampagne, alte Erfolge und neue Herausforderungen
  • Ketzertag Dortmund (19.-22. Juni): Die Alternative zum Evangelischen Kirchentag
  • Der Glaube an die "sanfte Heilung": Vortrag von Natalie Grams am 28. Juli im Haus Weitblick
  • Die "Fackel der Aufklärung" muss weitergetragen werden: Vom 7.-9. August findet am Stiftungssitz das gbs-Sommerforum für Nachwuchstalente statt
  • Literaturempfehlungen: Neue Bücher von Helmut Ortner, Kristina Hänel, Thomas Darnstädt, Ralf König und Theodor Weißenborn
  • Die nächsten Termine


"Wir stehen heute sehr viel besser da als vor 10 Jahren"

Über die Säkulare Buskampagne, alte Erfolge und neue Herausforderungen

Fast vier Wochen lang reiste die Säkulare Buskampagne durch Deutschland, um für die Trennung von Staat und Kirche und das Verfassungsgebot des weltanschaulich neutralen Staates zu werben. Die Tour war mit einem erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden. Hat sich der Einsatz gelohnt? Der Humanistische Pressedienst (hpd) sprach darüber mit Michael Schmidt-Salomon, der die Säkulare Buskampagne über die ganze Strecke begleitet hat.

Lesen Sie das ausführliche Interview unter:
https://hpd.de/artikel/wir-stehen-heute-sehr-viel-besser-da-10-jahren-16884

Zur Säkularen Buskampagne hat die Giordano-Bruno-Stiftung eine neue Broschüre mit dem Titel "Abschied von der Kirchenrepublik – 100 Jahre Verfassungsbruch sind genug" herausgebracht, welche die zentralen politischen Forderungen für den weltanschaulich neutralen Staat enthält. Die Onlineversion der Broschüre kann hier heruntergeladen werden:
/sites/gbs/files/download/gbs_kirchenrepublik.pdf

Weitere Infos zur Säkularen Buskampagne:

Die Website der Kampagne:
https://schlussmachen.jetzt/

Buskampagne auf Twitter:
https://twitter.com/schlussmachen

Buskampagne auf Facebook:
https://www.facebook.com/schlussmachen.jetzt/

hpd-Berichterstattung zur Buskampagne:
https://hpd.de/schlagworte/buskampagne

Buskampagnen-Devotionalien von denkladen.de:
http://www.denkladen.de/index.php?cPath=70_142


Ketzertag Dortmund (19.-22. Juni)

Die Alternative zum Evangelischen Kirchentag

Auch 2019 gibt es wieder ein prominent besetztes Alternativprogramm zum jährlich stattfindenden Kirchentag. Unter dem Motto "Vertrauen? Zerplatzt!" (angelehnt an die Losung des Evangelischen Kirchentags in Dortmund "Was für ein Vertrauen") werden eklatante Missstände im Verhältnis von Staat und Kirche beleuchtet. Referentinnen und Referenten wie der Autor Philipp Möller, der Politikwissenschaftler Carsten Frerk, die Juristin Jacqueline Neumann, die ehemalige SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier und der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly klären darüber auf, wie die Kirchen Vertrauen missbrauchen. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wird es ein Streitgespräch zwischen dem katholischen Theologie-Professor Klaus von Stosch und dem Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon geben.

Der KETZERTAG DORTMUND 2019, der vom 19.-22. Juli im Kino Schauburg stattfindet, ist eine Kooperationsveranstaltung des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten e.V., der Giordano-Bruno-Stiftung und der Initiative "Religionsfrei im Revier".

Weitere Infos unter:
http://www.ketzertag-dortmund.de/


Der Glaube an die "sanfte Heilung"

Vortrag von Natalie Grams am 28. Juli im Haus Weitblick

670 Millionen Euro setzen Pharmahersteller in Deutschland pro Jahr mit homöopathischen Präparaten um, deren Wirkungen in der Regel (sofern es sich nicht um Komplexmittel mit weitgehend unverdünnten Bestandteilen handelt) nicht über den Placebo-Effekt hinausgehen. Kritikerinnen und Kritiker, die auf entsprechende Studien hinweisen, werden persönlich angegriffen und juristisch unter Druck gesetzt. Besonderen Hass zieht dabei die Ärztin und gbs-Beirätin Natalie Grams auf sich, die am 28. Juli am Stiftungssitz in Oberwesel die Unterschiede zwischen evidenzbasierter Medizin und pseudomedizinischen Glaubenssystemen darlegen wird.

Inzwischen ist Natalie Grams zu einer derartigen Bedrohung für die Pseudomedizin-Szene geworden, dass der Pharmahersteller Hevert sie, wie u.a. der SPIEGEL berichtete, per strafbewehrter Unterlassungsabmahnung darauf verpflichten will, nicht länger zu behaupten, die Wirksamkeit von Homöopathie gehe "nicht über den Placebo-Effekt hinaus". Grams hat die Abmahnung nicht unterschrieben, da dies bedeuten würde, dass sie künftig den wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht mehr darlegen dürfte. Sollte es tatsächlich zu einem Verfahren kommen, wird die Giordano-Bruno-Stiftung ihrer Beirätin selbstverständlich zur Seite stehen, da die Prinzipien der Rationalität aus gbs-Sicht nicht verhandelbar sind. "Autoren oder Ärzte per Klagedrohung anzuhalten, den Stand der Wissenschaft zu verleugnen, ist eine Chuzpe, die einen mit offenem Mund dastehen lässt", schrieb Natalie Grams, nachdem ihr die Unterlassungsabmahnung zugegangen war. Auch darum wird es in ihrem Vortrag am gbs-Stiftungssitz in Oberwesel gehen.

Weitere Infos + Anmeldung zur Veranstaltung unter:
/meldung/vortrag-natalie-grams-2019


Die "Fackel der Aufklärung" muss weitergetragen werden

Vom 7.-9. August findet am Stiftungssitz das gbs-Sommerforum für Nachwuchstalente statt

In den 15 Jahren ihres Bestehens hat die Giordano-Bruno-Stiftung als Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung erstaunlich viel bewegen können. Doch wer wird die "Fackel der Aufklärung" weitertragen, wenn die heutigen Aktiven altersbedingt abtreten müssen? Mit dem Sommerforum vom 7.-9. August am gbs-Sitz in Oberwesel spricht die Stiftung gezielt junge Menschen an, die sich für die Leidideen des evolutionären Humanismus engagieren wollen.

Die Organisation des Forums liegt bei den gbs-Hochschulgruppen, die sich inzwischen in einigen Universitäten des Landes etabliert haben. An der Veranstaltung werden auch führende Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung teilnehmen. Hotel und Verpflegung vor Ort werden vollständig von der Stiftung übernommen. Das gbs-Sommerforum richtet sich insbesondere an junge Menschen, die sich gegenwärtig noch im Studium oder in einer frühen Phase ihrer Karriere befinden. Idealerweise sollten sie über ein Grundverständnis für die Arbeit der Stiftung verfügen und sich mit den Ideen des evolutionären Humanismus identifizieren. Übrigens: Im direkten Anschluss an das Sommerforum findet das gbs-Regionalgruppentreffen 2019 statt (9.-11. August). Wer sich über die Arbeit der rund 50 Regional- und Hochschulgruppe informieren möchte, sollte daher das Wochenende miteinplanen.

Weitere Infos:
https://gbs-sommerforum.de/


Literaturempfehlungen

Neue Bücher von Helmut Ortner, Kristina Hänel, Thomas Darnstädt, Ralf König und Theodor Weißenborn

Helmut Ortner (Hg.): EXIT. Warum wir weniger Religion brauchen – Eine Abrechnung. Nomen 2019. 2019 feiert Deutschland 100 Jahre Weimarer Verfassung und 70 Jahre Grundgesetz – und damit indirekt auch 100 bzw. 70 Jahre Verfassungsbruch (Missachtung der von der Verfassung geforderten weltanschaulichen Neutralität des Staates / Trennung von Staat und Religion seit 1919 bzw. 1949). gbs-Beirat Helmut Ortner hat zur Säkularen Buskampagne einen knapp 360 Seiten starken Sammelband herausgegeben, der sich gegen diesen konstanten Verfassungsbruch wehrt. Die Beiträge stammen u.a. von Hamed Abdel-Samad, Andreas Altmann, Richard Dawkins, Carsten Frerk, Ingrid Matthäus-Maier, Philipp Möller, Jaqueline Neumann, Gunnar Schedel und Michael Schmidt-Salomon. Die Botschaft des Buchs ist klar: Ob als autoritäre Staatsdoktrin oder gesellschaftliches Sinnstiftungsangebot – es braucht keine Religion für einen furchtlosen Ausblick in die Zukunft.
Verlagswebsite zum Buch:
https://www.nomen-verlag.de/produkt/exit/

Kristina Hänel: Das Politische ist persönlich. Tagebuch einer "Abtreibungsärztin". Argument Verlag 2019. Das Gerichtsverfahren gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel hat eine neue Debatte über die deutschen Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch ausgelöst. In ihrem Buch schildert sie, wie es zu dem Prozess kam, wie sie sich damit abfinden musste, plötzlich im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu stehen, und wie sich allmählich um sie herum eine neue Widerstandsbewegung gegen die patriarchalen Normen des Strafgesetzbuches formierte. Die Lektüre des Buchs bestätigt eindrucksvoll, was gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon während einer Veranstaltung mit Hänel im Rahmen der Säkularen Buskampagne in Nürnberg sagte: "Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass die sogenannten 'Lebensschützer' ausgerechnet Kristina Hänel angezeigt haben. Denn wenn irgendjemand in der Lage ist, diesen Unrechtsparagraphen 219a StGB zu kippen, dann sie!"
Verlagswebsite zum Buch:
https://argument.de/produkt/das-politische-ist-persoenlich-tagebuch-einer-abtreibungsaerztin/

Thomas Darnstädt: Verschlusssache Karlsruhe. Die internen Akten des Bundesverfassungsgerichts. Piper 2018. Thomas Darnstädt, promovierter Jurist und langjähriger Rechtsexperte des SPIEGEL, gelingt es in seinem Buch meisterhaft, weitgehend unbekannte Hintergründe der jüngeren deutschen Rechtsgeschichte zu erhellen. So beschreibt Darnstädt, der am 22. Mai den Festvortrag beim ifw-Festakt "70 Jahre Grundgesetz" im Rahmen der Säkularen Buskampagne hielt, wie die Karlsruher Richterinnen und Richter nach dem Untergang des nationalsozialistischen Unrechtsstaates die Grundlagen für eine freiheitliche Gesellschaft legten. Darnstädt schildert aber auch die dunklen Stunden des Bundesverfassungsgerichts, beispielsweise bei der Bewertung der Homosexuellenverfolgung in der Bundesrepublik (§ 175 StGB) oder bei der Debatte um den Schwangerschaftsabbruch (§ 218 StGB). Die ehemalige FDP- und SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier (Mitglied des gbs- und ifw-Beirats) gestand nach der Lektüre von Darnstädts Buch, dass sie "Tränen der Wut" in den Augen hatte, als ihr das ganze Ausmaß der kirchlichen Einflussnahme auf das Bundesverfassungsgericht bewusst wurde.
Verlagswebsite zum Buch:
https://www.piper.de/buecher/verschlusssache-karlsruhe-isbn-978-3-492-05875-9

Ralf König: Stehaufmännchen. Rowohlt 2019. Gehen wir prüderen Zeiten entgegen? Und sind manche Linke inzwischen sogar prüder als gestandene Konservative? Es hat den Anschein, wenn man sich vor Augen führt, dass derzeit Brüsseler Queer-Aktivisten ausgerechnet gbs-Beirat Ralf König (!) vorwerfen, mit seinen expliziten Zeichnungen transphobe Vorurteile zu bedienen, wie der SPIEGEL unlängst in einem 5-seitigen Artikel mit dem schönen Titel "Alter schwuler weißer Mann" berichtet hat. Weiteres Indiz: Beim Cover seines neuen Buches musste der Comiczeichner seinem "Stehaufmännchen" (Königs Umschreibung von "Homo erectus") im Nachhinein sogar ein Stöckchen in die Hand malen, welches die als zu prall empfundenen Hoden verdeckt, um den deutschen Buchhandel nicht zu verschrecken. Umso wichtiger, dass König in dem Buch keine Kompromisse eingeht und seine komische Urgeschichte der Menschheit so klug und derb in Szene setzt, wie man es von ihm gewohnt ist. Fun-Fact am Rande: Um die Geschlechtsteile der weiblichen Affen während des Östrus anatomisch korrekt zu zeichnen, was ihm, wie er schrieb, als schwuler "Homo Niemösus" besonders schwerfiel, wandte sich König an seinen Stiftungskollegen, den Primatenforscher Volker Sommer (Mitglied des gbs-Beirats), der ihm ebenso amüsiert wie kompetent Auskunft über diese eher selten gestellten existenziellen Fragen gab.
Infos zum Buch auf der Website des Autors:
http://www.ralf-koenig.de/stehaufmaennchen.html

Theodor Weißenborn: Querschüsse. Gedanken und Memoiren eines Ketzers. Onlineveröffentlichung 2019. Selbst ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller wie Theodor Weißenborn, auf dessen Texte mehr als 30 Hörspielproduktionen zurückgehen, findet mit religionskritischen Texten nicht unbedingt einen geeigneten Verlag. Deshalb hat sich der Autor entschlossen, seine "Querschüsse" online zu veröffentlichen. Der Text, so der Autor, "macht mobil gegen ideologische Bevormundung, gegen Machtanmaßung und Unterdrückung, räumt auf mit hirnrissigen religiösen Mythen, Dogmatismus und Denkfaulheit, weckt kritische Rationalität und sucht mit den Mitteln der Aufklärung die bestehenden Verhältnisse zu ändern."
Das Buch auf der Website des Autors:
https://www.theodor-weissenborn.de/buecher/querschuesse/querschuesse.html


Die nächsten Termine

Die Termine der nächsten Wochen finden Sie, wie immer, im gbs-Terminkalender:
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Mit freundlichen Grüßen
Das gbs-Newsletter-Team
https://www.giordano-bruno-stiftung.de

Auf der Facebook-Seite der gbs finden Sie weitere interessante Informationen:
www.facebook.com/gbs.org

Infos für diejenigen, die die Arbeit der Giordano-Bruno-Stiftung unterstützen möchten:
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