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Arnold, Uwe-Christian

Uwe-Christian Arnold, Arzt, Sterbehelfer in Deutschland

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Foto: Evelin Frerk

Uwe-Christian Arnold wurde 1944 in Berlin geboren. Nach dem Abitur absolvierte er ein Medizinstudium in Berlin und erhielt 1973 seine Approbation. Anschließend machte er seinen Facharzt für Urologie und war von 1980 bis 2000 in eigener Praxis tätig. Zudem bildete er sich als Sportarzt, Tauchmediziner und Betriebsmediziner weiter und betreute in dieser Funktion auch Unternehmen. Mit dem Thema "humane Sterbehilfe" setzte er sich erstmalig Mitte der 90er Jahre auseinander. Getragen von dem Gedanken, dass der Patient im Mittelpunkt der Behandlung stehen sollte und nicht die Krankheit, engagiert sich Uwe-Christian Arnold in den letzten 15 Jahren für das Recht auf den ärztlich begleiteten Suizid und hilft todkranken Menschen beim Sterben.

Kein anderer deutscher Mediziner hat sich in den letzten Jahren so offen zu seiner Tätigkeit als Sterbehelfer bekannt, was zahlreiche Medienbeiträge zur Folge hatte. So brachte die ARD im November 2012 eine aufsehenerregende Dokumentation ("Sie bringen den Tod – Sterbehelfer in Deutschland") über sein Leben und seine Arbeit. In der anschließenden Sendung  "hart, aber fair" gelang es ihm, die Aufgabe der ärztlichen Sterbebegleitung so überzeugend darzustellen, dass er seither zahlreiche Anfragen erhält.

Für Debatten sorgte insbesondere das 2007 eingeleitete Gerichtsverfahren zwischen Christian Arnold und der Berliner Ärztekammer, die es ihm verboten hatte, einer Patientin todbringende Substanzen für deren beabsichtigten Suizid zu überlassen. Im April 2012 gewann Arnold den Rechtsstreit. Das Berliner Verwaltungsgericht stellte fest, dass ein generelles Verbot der ärztlichen Suizidbegleitung gegen die Grundrechte der Gewissensfreiheit und der Freiheit der Berufsausübung verstoßen würde.

Vertreter konservativer Parteien, der Ärztekammer wie auch der Kirchen reagierten empört auf das Berliner Urteil. In der Bevölkerung jedoch traf Arnolds Position auf große Zustimmung. So stimmten bei einer Online-Befragung, die der "Berliner Kurier" 2011 anlässlich der Berichterstattung über den vermeintlichen "Dr. Selbstmord" durchführte, 92 Prozent (!) der Leser für eine Legalisierung der Sterbehilfe in Deutschland.

Neben seinem Einsatz für das Recht auf Sterbehilfe engagiert sich Uwe-Christian Arnold auch für den Humanistischen Pressedienst, dem wichtigsten Nachrichtenportal der säkularen Szene, und ist Mitglied im Trägerverein des hpd.
 

Buchpublikation:

  • Letzte Hilfe. Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben (gemeinsam mit Michael Schmidt-Salomon), Rowohlt Verlag, 2014